Dieser Film bezeugt die Leere, die die Protagonistinnen in ihrer schnellen Welt nicht loslässt. Die Kamera begleitet sie, selbstständig wie sie sein wollen, die Welt ergreifend, die ihre Chancen zufällig und scheinbar böswillig verteilt. Was ihnen nicht klar wird, weil es ihnen kaum noch jemand sagen könnte, zeigt der Film wohl unfreiwillig: Sie sind größtenteils auf eine eminente Weise dumm. Durch ihre Suche nach Identitäten, die in ihrem Falle – wie in den meisten anderen heute auch – nur noch die Suche nach einem zugeschnittenen Angebot innerhalb einer schwachsinnigen und durchaus leicht durchschaubaren Ideologie meint, deren Verteidigung gegenüber den eigenen schwindenden rationalen Anteilen des Ichs dennoch immer mehr psychische Kraft benötigt, eine Suche, die Charaktere im Widerspruch leiden lässt oder in verblendeter Selbstzufriedenheit sie ihre jeweilige Funktion im Ganzen der Verdummung annehmen lässt. Diese liebenswerten und doch gebrochenen Menschen sind unentwegt damit beschäftigt, sich zu finden und ein Ich zu konstituieren, deren Wirklichkeit ihnen gerade jene Gesellschaft einflüstert, die ihnen jegliche Möglichkeit zu einem angemessenen Leben entzogen hat. Sie sind dabei auf der Höhe des technischen Stands, der den verzweifelten Narzissten ihre Aufmerksamkeit im sozialen Einerlei sichert.
Die kurzen Szenen in der Schule zeigen die Gelangweilt einer Generation, die verzweifelt ihre soziale Wichtigkeit zur einzigen Mitte erhoben hat und nicht erkennen will, dass gerade ihre Uninteressiertheit am Wissen einer Welt ihre empfundene Leere maßgenau ausmacht, dass ihr Rückzug einer ins Korsett eines absurden Sozialen ist, der gerade deshalb keinen Widerspruch mehr erfährt noch ertragen kann. Die plane Einordnung des leeren Ichs in die Sozietät, bedeutet Leiden eines entleerten Ichs, das doch nicht ohne Inhalt sein will noch kann. Aber gerade letzteres ist bei der Hauptprotagonistin des Films weniger der Fall als bei den realen Figuren der gehobenen Mittelschicht. Diese dargestellte Welt der Jugendlichen ist Auseinandersetzung noch gewohnt, auch dann, wenn sie daran leiden. Hier ist noch die Hoffnung begraben, dass der Stachel noch gespürt wird, auf dass man erkenne warum.
Die Eltern schließlich, zeigen in ihrer Mischung aus Antiautorität und beinahe erotischer Bindung ans Kind auch einen Mangel an klarer Reibungsfläche, an denen ein Ich sich noch aufrichten könnte und damit verwirrende Nähe dort, wo Befreiung von Bevormundung wichtig wäre. Hier wird die Entwicklung des Kindes gegen infantiles Zurückbleiben ausgetauscht, alles im Namen einer Liebe, die ins Meer zurücktreibt, was doch ans Land will.
